Kunstsammlung

Die Kunstsammlung umfasst etwa 70.000 Arbeiten auf Papier sowie Gemälde, Plastiken, künstlerische Objekte und über 40.000 Plakate. Sie betreut auch Werke der angewandten, bildenden Kunst und kulturgeschichtliche Gegenstände, die aus Nachlässen anderer künstlerischer Disziplinen stammen, wie etwa Theaterkostüme und Bühnenmodelle.

Zu ihren bedeutenden Schätzen zählen der große Bestand von Zeichnungen Johann Gottfried Schadows, Daniel Chodowieckis Zeichenfolge seiner Reise von Berlin nach Danzig, das Amalfi-Skizzenbuch und Landschaftsölskizzen von Carl Blechen sowie, aus dem 20. Jahrhundert, der gesamte Nachlass John Heartfields, ein umfangreicher Teilnachlass von George Grosz mit Zeichnungen, Grafiken und Collagen (darunter über 200 Skizzenbücher), außerdem große Werkkonvolute und Nachlässe von Hans und Lea Grundig, Oskar und Alice Lex-Nerlinger, Fritz Cremer, Herbert Sandberg und Klaus Wittkugel.
Zur Kunstsammlung gehört auch eine sogenannte Museale Sammlung mit persönlichen Gegenständen aus den Nachlässen der Archivgeber.

Die Kunstsammlung unterstützt mit ihren Beständen, neben von der Akademie selbst konzipierten Ausstellungen, weltweit Ausstellungsprojekte. Nicht nur des Umfanges wegen, sondern vor allem weil die Kunstsammlung im Hauptbestand eine grafische Sammlung mit lichtempfindlichen Arbeiten auf Papier ist, werden ihre Bestände – wie die Künstlerarchive auch – magaziniert und nur temporär entliehen. Die Kunstsammlung unterstützt zudem Forschungsvorhaben und gewährt in ihrem Vorlageraum Interessierten zu Studienzwecken gerne Einblicke in Ihre Bestände.

Mit der Gründung der Akademie im Jahr 1696 wurde auch der Grundstock zu ihrer Kunstsammlung gelegt, und zwar als Lehr- und Schausammlung für die Künstlerausbildung, aber auch zur repräsentativen Ausgestaltung der Akademieräume. Als Probestücke und Pflichtabgaben der Künstler sowie durch Ankauf aus den Akademieausstellungen und nicht zuletzt durch Schenkung und Vermächtnis gelangten bereits im 18. und 19. Jahrhundert zahlreiche Skulpturen, Gemälde, Zeichnungen und Druckgraphiken in Akademiebesitz. Die Inventurliste von 1804, die der damalige Akademiedirektor Johann Gottfried Schadow erstellen ließ, enthält allein 2028 Bildhauerarbeiten, darunter berühmte Gipsabgüsse nach antiken Vorbildern und auch etliche Werke von Schadow selbst.

Trotz des Verlusts der frühen Sammlung durch den Brand von 1743 war der Bestand Anfang des 19. Jahrhunderts so unfangreich und bedeutend, dass die Akademie angewiesen wurde, Teile dem neuen, von Schinkel 1830 vollendeten Königlichen Museum zu überlassen.
Die größte Einbuße erlitt die Kunstsammlung durch den Zweiten Weltkrieg und seine Folgen. Mit dem Abtransport durch die Trophäenkommission der Roten Armee 1945 schien das Schicksal der Sammlung besiegelt. Die Mitglieder der 1950 gegründeten Deutschen Akademie der Künste zu Berlin (Akademie-Ost) bekannten sich jedoch zu einem Sammlungsauftrag, der anfänglich vor allem durch Belegdrucke der graphischen Werkstätten, durch Schenkungen und Ankäufe von Arbeiten der Mitglieder und Akademie-Preisträger erfüllt wurde sowie durch retrospektiven Ankauf vor allem deutscher gegenständlicher Kunst des 20. Jahrhunderts, aber etwa auch durch Erwerb des vollständigen Satzes von Daumiers berühmten Bronzebüsten der Parlamentarier. 1958 erhielt die Akademie-Ost von der UdSSR Zeichnungen Daniel Chodowieckis und Johann Gottfried Schadows sowie Werke Carl Blechens zurück. Dennoch gilt ein Großteil der Sammlung noch heute als verschollen.
Die 1954 gegründete Akademie der Künste West-Berlin griff den Gedanken einer Kunstsammlung nicht wieder auf, sondern bewahrte das wenige ihr Verbliebene und konzentrierte sich auf den Ausbau ihrer anderen Archive.
Mit der Wiedervereinigung beider Akademien wurden nicht nur Sammlungs- und Archivbestände zusammengeführt und neu geordnet, sondern die konservatorischen Bedingungen sowie die öffentlichen Zugangsmöglichkeiten verbessert.

Das Sammlungsprofil ist nicht unerheblich von den Wechselfällen der deutschen Geschichte gezeichnet. Gleichwohl lassen sich durchgehende, von den Mitgliedern der Akademie geprägte Konturen ausmachen. Zum Mandat der Kunstsammlung heute gehört u.a., das Werk der zur NS-Zeit vertriebenen und ermordeten Künstler und Künstlerinnen durch exemplarisches Sammeln zugänglicher Arbeiten zurück zu gewinnen und die Erinnerung an sie wach zu halten.
Den medialen und stilistischen Erweiterungen des Kunstbegriffs im 20. und 21. Jahrhundert entsprechend, ist auch die Kunstsammlung heute offen für neue Bereiche, u.a. für Mail Art und die Fotografie, die früher nur unter dokumentarischen und kulturhistorischen Aspekten gesammelt wurde. Zu ihren neueren Beständen gehören umfangreiche Vintage Print-Serien von Michael Ruetz, das grafische Oeuvre von Alfonso Hüppi und auch großformatige Gemälde von Thomas Huber und Carl Frederik Reuterswärd.

Die Bestandsliste der Kunstsammlung auf der Akademie-Website gibt lediglich einen allgemeinen Überblick über die hier vertretenen Künstler und Künstlerinnen und zeigt deren Werke nur in Auswahl an. Es ist vorgesehen, den vorwiegend konventionell inventarisierten Gesamtbestand digital zu erfassen.

(Stand 17.08.2012)


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