10.2.2012

Akademie der Künste vergibt den Kunstpreis Berlin Jubiläumsstiftung 1848/1948

Preisverleihung am 18. März in der Akademie der Künste

Die spanische Bildhauerin Cristina Iglesias erhält den Großen Kunstpreis Berlin 2012. Die Akademie der Künste vergibt den mit 15.000 Euro dotierten Preis jährlich und im Turnus ihrer Sektionen im Auftrag des Landes Berlin. In der Jury-Begründung heißt es u.a., Cristina Iglesias sei international durch eigenwillige plastische Gestaltungen von Orten in architektonischen und natürlichen Zusammenhängen bekannt geworden. Sie habe ein vielschichtiges Werk geschaffen, das über die Manipulation von Licht und Schwerkraft, Wasser und Vegetation imaginäre Räume eröffnet. Preisträger der letzten Jahre waren Claire Denis (2011), Thomas Langhoff (2010), Emine Sevgi Özdamar (2009) und Helmut Lachenmann (2008).

Zudem werden sechs Kunstpreise Berlin in Höhe von jeweils 5.000 Euro vergeben. Den Kunstpreis in der Sparte Bildende Kunst erhält der aus Teheran/Iran stammende und in Toronto/Kanada lebende Multimedia-Künstler Abbas Akhavan, in der Sparte Baukunst die Architektin und Stadtplanerin Tatiana Bilbao aus Mexiko City, in der Sparte Musik der Komponist Christoph Ogiermann aus Bremen, in der Literatur die Schriftstellerin Monika Rinck aus Berlin, in der Darstellende Kunst der Choreograph und Tänzer Manuel Pelmus aus Bukarest/Rumänien sowie der aus Lier/Belgien stammende Schauspieler Kristof Van Boven und in der Film- und Medienkunst die Autorin und Regisseurin Astrid Schult aus Berlin mit dem Kameramann Sebastian Bäumler aus München.

Der Kunstpreis Berlin Jubiläumsstiftung 1848/1948 wurde 1948 in Erinnerung an die März-Revolution von 1848 von dem Berliner Senat gestiftet und wird seither immer am 18. März verliehen. Seit 1971 vergibt die Akademie der Künste im Auftrag des Landes jeweils alternierend in einer ihrer sechs Sektionen den Großen Kunstpreis und in allen sechs Sparten Kunstpreise. Die Preise werden am 18. März, 19 Uhr, durch den Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, und den Präsidenten der Akademie der Künste, Klaus Staeck, im Akademie-Gebäude am Pariser Platz 4 verliehen.

Darüber hinaus verleiht die Akademie der Künste ebenfalls am 18. März den Will-Grohmann-Preis 2011 an den aus Leipzig stammenden und in Berlin lebenden bildenden Künstler Jan Wawrzyniak. (vgl. Pressemeldung vom 04.12.2011)

Cristina Iglesias wurde 1956 in San Sebastian geboren. Nach dem Beginn eines Kunststudiums in Barcelona wechselte sie 1980 an die Chelsea School of Art, London, wo sie im Umkreis von Tony Cragg, Anish Kapoor und Reinhardt Mucha mit neuen Tendenzen der englischen Skulptur in Kontakt kam. Seit 1983 entsteht ein selbständiges plastisches Werk, das schon bald in zahlreichen Einzelausstellungen internationale Anerkennung fand. 1993 vertrat sie Spanien auf der XLV. Biennale von Venedig, 1998 wurde sie mit dem Spanischen Nationalpreis für Bildende Kunst ausgezeichnet. In Berlin war sie zuletzt zusammen mit Olaf Metzel in der Ausstellung „Damenwahl“ im Haus am Waldsee (1999) zu sehen. In Zusammenarbeit mit Architekten realisierte sie eine Reihe großer Aufträge, darunter den Brunnen „Deep Fountain“ vor dem Museum voor schone Kunsten in Antwerpen (2006), die Bronzetore des Neubaus der Prado-Erweiterung in Madrid (2007) sowie die Unterwasserskulptur „Estancias Sumergidas“ im Golf von Kalifornien (2009) aus Anlass der Erklärung der Insel Espiritu Santo zum Naturschutzgebiet. Cristina Iglesias lebt und arbeitet in Torredolones bei Madrid.

Für Rückfragen: Hans Gerhard Hannesen, Tel. 030 20057-1504/-1503, hannesen@adk.de

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