31.8.2018

Erinnerungen an Jürgen Gosch
Theater, Film, Gespräche
28. – 30. September 2018, Akademie der Künste, Hanseatenweg

Neun Jahre nach dem Tod des Theaterregisseurs Jürgen Gosch widmen die Akademie der Künste und Koberstein Film ihm ein dreitägiges Programm. Ein Film mit bisher unveröffentlichten Aufnahmen dokumentiert die Proben seiner letzten Regiearbeiten. Schauspieler und Regisseur Marcel Kohler gestaltet mit Studierenden der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch einen Theaterabend nach Motiven von Goschs Ödipus-Inszenierung von 1984. Einige der originalen Masken seines damaligen Bühnenbildners Axel Manthey aus dem Archiv der Akademie sind am selben Abend zu sehen. Künstlerische Mitstreiter, Arbeitspartner und Beobachter seines Lebenswegs erinnern sich und sprechen über die Notwendigkeit eines Theaters, wie Jürgen Gosch es riskierte.

Das Theater von Jürgen Gosch (1943–2009) handelt davon, was geschieht, wenn Menschen auf Menschen treffen. Er wurde in Cottbus geboren, arbeitete erst als Schauspieler, dann als Regisseur. Nach seiner Leonce und Lena-Inszenierung von 1978 an der Volksbühne verschlechterten sich seine Arbeitsmöglichkeiten im Osten, gleichzeitig nahmen die Engagements im Westen zu. 1984 verließ Gosch die DDR endgültig. Nach frühen Erfolgen, Rückschlägen und erstaunlichen Neu-anfängen wurde er einer der wichtigsten Theatermacher der letzten Jahrzehnte. „Von dieser Welt denke ich, sie ist das einzige, was mir zur Verfügung steht, um den Texten zu begegnen. Und von dieser Welt muss sich was abdrücken in den Inszenierungen", so Gosch einmal über das Motiv seiner Arbeit und den immer wieder neuen Versuch, gemeinsam mit den Schauspielern zum Existentiellen eines Textes zu gelangen. Bis heute werden seine Tschechow-Inszenierungen Onkel Wanja und Die Möwe am Deutschen Theater Berlin gespielt.

Ein Projekt der Akademie der Künste und von Koberstein Film in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Theater Berlin und der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.


Programm

28. September 2018
18 Uhr, Studiofoyer
Eröffnungsgespräch mit Meike Droste, Jürgen Flimm, Ulrich Matthes, Johannes Schütz, Elisabeth Schwarz u. a.; Moderation: Peter Kümmel

20 Uhr, Studio
Ödipus Variationen – nach Motiven von Sophokles/Hölderlin/Gosch
Theaterprojekt von Marcel Kohler und Studierenden der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch

22 Uhr, Studiofoyer
Theatergespräch mit Marcel Kohler, Christian Grashof, Elisabeth Schwarz, Jutta Wachowiak u. a.; Moderation: Barbara Burckhardt

29. September 2018
18 Uhr, Studiofoyer
Die einzige Zeit, die mich interessiert, ist die Zeit des Theaters
Gespräche mit Friedrich Dieckmann, Jürgen Flimm, Corinna Harfouch, Jürgen Holtz, Alexander Khuon, Kathleen Morgeneyer, Roland Schimmelpfennig, Johannes Schütz, Klaus Völker, Jutta
Wachowiak u. a.

20.30 Uhr, Studio
GOSCH, D, 2018
Premiere Dokumentarfilm von Grete Jentzen und Lars Barthel

22 Uhr, Studiofoyer
Filmgespräch mit Lars Barthel, Constanze Becker, Meike Droste, Christian Grashof, Corinna Harfouch, Jens Harzer, Alexander Khuon, Ulrich Matthes u. a.; Moderation: Ulrich Seidler

30. September 2018
11 Uhr, Studio
GOSCH, D, 2018
Dokumentarfilm von Grete Jentzen und Lars Barthel

Begleitend zum dreitägigen Akademie-Programm finden am Deutschen Theater am 29. und 30. September jeweils um 18 Uhr Aufführungen von Onkel Wanja und Die Möwe statt. Tickets unter: https://www.deutschestheater.de/karten 

Veranstaltungsdaten
Erinnerungen an Jürgen Gosch
Theater, Film, Gespräche
Freitag, 28. September und Samstag, 29. September 2018, ab 18 Uhr
Sonntag, 30. September, 11 Uhr
Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin
Theater: € 13/7, Film: € 6/4, Gespräche: Eintritt frei

Pressekarten unter Tel. 030 200 57-15 14, presse@adk.de 

Pressekontakt
Sabine Kolb, T 030 200 57-15 13, kolb@adk.de

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