Arbeit am Gedächtnis – Transforming Archives

Akademie der Künste, Pariser Platz

Schwerpunktprogramm mit Ausstellung und Veranstaltungen Mai – November 2021

Ausstellung: Juni – 19. September 2021
Die Ausstellung wird geöffnet, sobald es die Corona-Verordnung zulässt.

Die Akademie der Künste und ihre Archive sind ein Ort der künstlerischen Erinnerungsarbeit. Aus Anlass ihres 325-jährigen Bestehens beginnt die Akademie, die eigene Institution als Gedächtnisspeicher neu zu reflektieren. Die künstlerische Arbeit am Gedächtnis wird hier zur archäologischen Praxis und zur politischen Handlung. Sie erhält eine neue Dringlichkeit in der Dynamik zwischen digitalem Wandel, einem historischen Revisionismus und der beginnenden Dekolonisierung gewachsener Wissensräume. Denn wie und woran sich eine Gesellschaft erinnert, ist zur Schlüsselfrage geworden in einer Zeit, in der Selbstverständnisse neu verhandelt und Ein- und Ausschlussmechanismen infrage gestellt werden.

Den Kern des umfangreichen Schwerpunktprogramms bilden Veranstaltungsreihen sowie eine große Ausstellung: In 13 Auftragsarbeiten zeitgenössischer Künstler*innen wird die Grammatik von Erinnerung und Vergessen sichtbar gemacht und das Aufbewahrte in neue Kontexte gestellt. Es geht um die Macht der Erzählung und die Präsenz des Abwesenden in den Installationen von Candice Breitz und Eduardo Molinari, den Filmarbeiten von Robert Wilson, Cemile Sahin, Susann Hempel und Alexander Kluge, den Archivinszenierungen von Arnold Dreyblatt, Thomas Heise und Jennifer Walshe, den literarischen Spurensuchen von Ulrike Draesner und Cécile Wajsbrot und Klang-Arbeiten von Miroslaw Bałka und Matana Roberts. Dabei zeigt die Ausstellung das Archiv nicht nur als Ressource, sondern auch als künstlerische Methode.

Weitere Informationen: www.adk.de/gedaechtnis

12. Berliner Hörspielfestival erstmals als Open Air und Livestream

Akademie der Künste, Hanseatenweg + Livestream

Internationaler Wettbewerb und Rahmenprogramm mit Live-Hörspielen, Werkstatt-Gesprächen, Installation und Audio-Walk

Hörspielfestival: 12.8. – 15.8.2021

Zum zweiten Mal findet das Berliner Hörspielfestival (BHF), das Festival des freien Hörspiels, in der Akademie der Künste statt. Nachdem die Veranstaltung im letzten Jahr coronabedingt als eine der ersten überhaupt ins Netz verlegt wurde, soll sie in diesem Jahr Open Air stattfinden und parallel live gestreamt werden. Mit knapp 250 Einreichungen verzeichnet das Festival 2021 einen neuen Rekord.

An vier Tagen konkurrieren in fünf deutschsprachigen und einem internationalen Wettbewerb circa fünfzig Hörspiele von 60 Sekunden bis 60 Minuten um die Publikumspreise und den Jurypreis. Josef Maria Schäfers erstellt für jedes Stück ein eigenes Visual. Nach den Aufführungen finden Gespräche mit den Macherinnen und Machern statt.

Sämtliche Hörspiele beim BHF sind freie Produktionen, die unabhängig vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk oder von Hörverlagen entstanden sind. Frei von ökonomischen Zwängen und Formatvorgaben bieten sie eine vielfältige Mischung aus erzählerischen, dokumentarischen und klangkünstlerischen Formen.

Die Wettbewerbe werden durch ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Live-Hörspielen von Armin Chodzinski, Christian Berner & Frank Schültge, Carsten Schneider und vom Liquid Penguin Ensemble ergänzt. Werkstatt-Gespräche mit Hermann Bohlen, Ulrich Gerhardt (beide Mitglieder der Akademie der Künste) und Felix Kubin sowie die Installation Der Absprung (2018) von Paul Plamper (ebenfalls Akademie-Mitglied) und ein Audio-Walk von Bruno Pilz komplettieren das Programm.

NOTHINGTOSEENESS leere/weiß/stille

Akademie der Künste, Hanseatenweg

Eine Ausstellung der Akademie der Künste im Rahmen der BERLIN ART WEEK

Ausstellung: 16.9. – 12.12.2021
Ausstellungseröffnung: 15.9.2021

Das weite Bedeutungsspektrum der Farbe Weiß, der Leere und der Stille in den bildenden Künsten und die damit verknüpfte Differenz zwischen Materialität und Immateriellem steht im Zentrum des Ausstellungs- und Veranstaltungsprojektes mit internationalen Künstler*innen in der Akademie der Künste am Hanseatenweg. Dabei sollen künstlerisch-ästhetische Praktiken untersucht werden, die seit den 1950/60er-Jahren kontinuierlich bis zur Gegenwart international in ausgewählten Kreisen zu einer kritischen und prozessbasierten künstlerischen Haltung führten. Im Zentrum steht die „Frage des Sehens (...), des visuellen Nicht-Ausrutschens“ (John Cage, 1961). Neben Farbe, Material, Leere und Stille werden in der Ausstellung sowie im Begleitprogramm Bezüge zum Schweigen, zur Narration in Literatur, Performance, Musik und Architektur hergestellt.


Mit u. a. Peter Ablinger, Absalon, Mirosław Bałka, Rosa Barba, George Brecht, Günter Brus, John Cage, Enrico Castellani, Rutherford Chang, Ulrike Draesner, Maria Eichhorn, Ulrich Erben, Ceal Floyer, Lucio Fontana, Sam Francis, Katharina Fritsch, Heinz Gappmayr, Jochen Gerz, Raimund Girke, Gotthard Graubner, Hans Haacke, Marcia Hafif, David Hammons, Oskar Holweck, Stephan Huber, Alfonso Hüppi, Pierre Huyghe, Isaac Julien, Ellsworth Kelly, Per Kesselmar, Astrid Klein, Yves Klein, Bernd Koberling, Christina Kubisch, Raimund Kummer, Mark Lammert, Henning Lohner, Inge Mahn, Piero Manzoni, Joseph Marioni, Sara Masüger, Reiner Maria Matysik, Bruce Nauman, Yoko Ono, Roman Opalka, David Ostrowski, Nam June Paik, Otto Piene, Adrian Piper, Thomas Rentmeister, Bridget Riley, Robert Ryman, Karin Sander, Hanns Schimansky, Nina Schuiki, Jan J. Schoonhoven, George Segal, Qiu Shihua, Günther Uecker, Timm Ulrichs, Klaus vom Bruch.