Käthe-Kollwitz-Preis 2020. Timm Ulrichs

24. Januar – 1. März 2020
Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin

Preisverleihung und Ausstellungseröffnung: 23. Januar 2020, 19 Uhr
mit Timm Ulrichs (Preisträger), Jeanine Meerapfel (Präsidentin der Akademie der Künste), Vertreter*in der Kreissparkasse Köln, Peter Weibel (ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe, Laudator)

Fernab der Kunstzentren arbeitet Timm Ulrichs als selbsternannter „Total-Künstler“ unermüdlich in den unterschiedlichsten Genres. Dabei verfolgt er mit seinem Ideenreichtum kein durchgehendes Konzept, sondern sucht Originalität in jeder einzelnen Idee und schafft damit seine ganz eigene Enzyklopädie der Ideen. Die schiere Masse und Vielfältigkeit dieser unterschiedlichsten Einfälle sucht ihresgleichen. Ulrichs ist Künstler, ehemaliger Hochschullehrer und kritischer Beobachter der Szene, der eine unangepasste Existenz jenseits von Mainstream und Kunstmarkt geführt hat.

1961 gründete Ulrichs die „Werbezentrale für Totalkunst / Banalismus / Extemporismus“ in Hannover, die zur Verbreitung, Entwicklung und Produktion von Totalkunst dienen sollte und erklärte sich 1961 selbst zum „ersten lebenden Kunstwerk“. Es folgten 1966 eine öffentliche „Selbstausstellung“ in Frankfurt am Main, 1969 die Gründung einer „Kunstpraxis (Sprechstunden nach Vereinbarung)“ und 1970 die erste Totalkunst-Retrospektive in Krefeld. 1977 war er mit seiner radikalen Position Teilnehmer der documenta 6 in Kassel. Sein Œuvre umfasst konzeptuelles Arbeiten, Objektkunst, Environments, Performances, Aktionen, Multimediales und konkrete Poesie.

Im Jahre seines 80. Geburtstags wird der in Berlin geborene Künstler mit dem Käthe-Kollwitz-Preis 2020 für sein Lebenswerk gewürdigt, das für nachfolgende Künstlergenerationen bis heute Fundgrube und Inspirationsquelle ist.

Mit freundlicher Unterstützung der Kreissparkasse Köln, Träger des Käthe Kollwitz Museum Köln.

Anlässlich des 60-jährigen Jubiläums der Vergabe des Käthe-Kollwitz-Preises veröffentlicht die Akademie der Künste im März 2020 eine Übersicht aller Preisträger und Preisträgerinnen seit 1960 mit weiterführendem Material unter www.adk.de.

Anlässlich des 80. Geburtstages von Timm Ulrichs zeigt das Haus am Lützowplatz vom 7. März bis 14. Juni 2020 die Ausstellung „Timm Ulrichs: Ich, Gott und die Welt“.

John Heartfield – Fotografie plus Dynamit

21. März – 21. Juni 2020
Akademie der Künste, Pariser Platz 4, 10117 Berlin
Di – So 11 – 19 Uhr, Eintritt € 10/5

Ausstellungseröffnung am Freitag, 20. März 2020, 19 Uhr

John Heartfield (1891–1968) war einer der wichtigsten und innovativsten kritischen Künstler seiner Zeit. Seine politischen Fotomontagen wurden zu Ikonen im Kampf gegen den Nationalsozialismus. Bis heute sind sie von europäischem Rang und haben nichts von ihrer Sprengkraft eingebüßt.

Die große Retrospektive „John Heartfield – Fotografie plus Dynamit“, die ab dem 21. März 2020 in der Akademie der Künste am Pariser Platz zu sehen ist, zielt auf Heartfields Konzept, mit den Mitteln der Werbung und der Aufklärung den Kunstkontext zu sprengen.

Grundlage der Schau bildet die jüngst abgeschlossene komplette digitale Erfassung des bildkünstlerischen Nachlasses von John Heartfield, den die Akademie in ihrer Kunstsammlung beherbergt. In zum Teil erstmals gezeigten Arbeiten und Archivdokumenten wird die katalysatorische Wirkung seines Werks und sein internationales Bezugsfeld vorgestellt: Heartfield hatte während seines bewegten, von Verfolgung und Exil geprägten Lebens enge Verbindungen zu zahlreichen Zeitgenossen aus Kunst, Literatur und Theater, darunter George Grosz, Bertolt Brecht, Erwin Piscator, Else Lasker-Schüler und Hannah Höch.

Im Zentrum der Ausstellung steht das Zusammenwirken der Künste von der Buchgestaltung über die Bühnenausstattung bis hin zu Fotografie und Trickfilm. Das in der Akademie überlieferte filmische und akustische Material zu Heartfield, nicht publizierte Interviews, Filmsequenzen und Theaterdokumentationen werden begleitend zur Werkschau medial aufbereitet. Durch ausgewählte Stücke aus der Grafik- und Ostasiatika-Sammlung in Heartfields Nachlass werden bisher unbekannte Inspirationsquellen seiner Arbeitsweise sichtbar.

Im Begleitprogramm ist die aktuelle Bedeutung John Heartfields das Hauptthema. Ein Katalog ist in Vorbereitung und erscheint im Hirmer Verlag. Weitere Ausstellungsstationen sind London und Zwolle.

Eine Ausstellung der Akademie der Künste, Berlin
Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes