Labor Beethoven 2020.
Festival zeitgenössischer Musik zum Beethoven-Jubiläum

12. – 18. März 2020
Akademie der Künste, Pariser Platz 4, 10117 Berlin + Hanseatenweg 10, 10557 Berlin

Konzerte – Labor – Installationen – Lectures – Musiktheater

Wie experimentell waren Ludwig van Beethoven und seine Zeitgenossen, der Musiktheoretiker Anton Reicha und der Physiker Ernst Florens Friedrich Chladni und welche künstlerischen Experimente hat ihre Rezeption ausgelöst? Wie komponieren junge Komponist*innen im 21. Jahrhundert und wie reflektieren sie die Überfigur Beethoven, der ein ganzjähriges Jubiläumsprogramm gewidmet ist?

Mit „Labor Beethoven 2020“ präsentiert die Akademie der Künste eine zeitgenössische Lesart des Beethoven-Jubiläums, die das Experimentieren in den Mittelpunkt stellt. Ein Festival verdichtet die musikalischen und interdisziplinären Ergebnisse der vierjährigen künstlerischen Zusammenarbeit einer Gruppe junger Komponist*innen aus den drei Hochschulen Basel, Tel Aviv und Thessaloniki. Gemeinsam mit historischen und aktuellen Experimenten von Beethoven und Reicha sowie Gästen wie der Opernkompagnie Novoflot, dem Elektroniker Marcus Schmickler, dem Klangkünstler Werner Cee oder dem Beethoven-Spezialisten William Kinderman bringen sie ein Kaleidoskop aus Konzerten, Klang- und Hörexperimenten, Lecture-Performances und Musiktheater zur Aufführung. Originalwerke von Beethoven wie die Sturmsonate stehen dabei neben den Dekonstruktionen von Fidelio (Novoflot) und Pastorale (Cee).

Uraufführungskompositionen, vermittelt durch eine Ausstellung und diskursive Elemente, verknüpfen den experimentellen Geist um 1802 mit aktuellen Fragestellungen des Komponierens zu Raum, Instrumentation und Form.

Das Labor Beethoven“ bot über vier Jahre internationalen Komponist*innen, Musiker*innen und Künstler*innen aus Basel, Tel Aviv und Thessaloniki ein offenes Forum für künstlerischen Austausch und Experimente, um eigene Ideen für kompositorische Werke, neue Arbeitsformen, Formate und Kollaborationen zu entwickeln. Die Mitwirkenden am Labor und ihre Gäste präsentieren die verschiedenen Facetten ihrer Arbeit in mehreren Konzerten und Performances im Laufe des Festivals.

„Labor Beethoven“ ist ein Projekt der Sektion Musik der Akademie der Künste, Berlin, und wird von Caspar Johannes Walter (Künstlerischer Leiter, Basel, Akademie der Künste), Dimitri Papageorgiou (Thessaloniki) und Ruben Seroussi (Tel Aviv) geleitet.

Weitere Informationen 

John Heartfield – Fotografie plus Dynamit

21. März – 21. Juni 2020
Akademie der Künste, Pariser Platz 4, 10117 Berlin
Di – So 11 – 19 Uhr, Eintritt € 10/5

Ausstellungseröffnung am Freitag, 20. März 2020, 19 Uhr

John Heartfield (1891–1968) war einer der wichtigsten und innovativsten kritischen Künstler seiner Zeit. Seine politischen Fotomontagen wurden zu Ikonen im Kampf gegen den Nationalsozialismus. Bis heute sind sie von europäischem Rang und haben nichts von ihrer Sprengkraft eingebüßt.

Die große Retrospektive „John Heartfield – Fotografie plus Dynamit“, die ab dem 21. März 2020 in der Akademie der Künste am Pariser Platz zu sehen ist, zielt auf Heartfields Konzept, mit den Mitteln der Werbung und der Aufklärung den Kunstkontext zu sprengen.

Grundlage der Schau bildet die jüngst abgeschlossene komplette digitale Erfassung des bildkünstlerischen Nachlasses von John Heartfield, den die Akademie in ihrer Kunstsammlung beherbergt. In zum Teil erstmals gezeigten Arbeiten und Archivdokumenten wird die katalysatorische Wirkung seines Werks und sein internationales Bezugsfeld vorgestellt: Heartfield hatte während seines bewegten, von Verfolgung und Exil geprägten Lebens enge Verbindungen zu zahlreichen Zeitgenossen aus Kunst, Literatur und Theater, darunter George Grosz, Bertolt Brecht, Erwin Piscator und Hannah Höch.

Im Zentrum der Ausstellung steht das Zusammenwirken der Künste von der Buchgestaltung über die Bühnenausstattung bis hin zu Fotografie und Trickfilm. Das in der Akademie überlieferte filmische und akustische Material zu Heartfield, nicht publizierte Interviews, Filmsequenzen und Theaterdokumentationen werden begleitend zur Werkschau medial aufbereitet. Durch ausgewählte Stücke aus der Grafik- und Ostasiatika-Sammlung in Heartfields Nachlass werden bisher unbekannte Inspirationsquellen seiner Arbeitsweise sichtbar.

Im Begleitprogramm ist die aktuelle Bedeutung John Heartfields das Hauptthema. Ein Katalog ist in Vorbereitung und erscheint im Hirmer Verlag. Weitere Ausstellungsstationen sind London und Zwolle.

Eine Ausstellung der Akademie der Künste, Berlin
Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes