Veröffentlichung des Archivs

Archiv-Blätter 8 (Film- und Medienkunst 2)
Theo Lingen

Theo Lingen (1903-1978) galt als Komiker schlechthin und war ein wahrer Publikumsmagnet. Er spielte in weit über zweihundert Filmen, darunter zahlreiche Komödien, die auch heute noch begeistern so "Der Mann, von dem man spricht" (!937) mit Heinz Rühmann, "7 Jahre Pech" (1940) mit Hans Moser, "Frau Luna" (1941) mit Paul Kemp und "Johann" (1942) mit Theo Lingen in einer Doppelrolle. Theo Lingen war aber auch ein begnadeter Theaterschauspieler. Er stand mit großem Erfolg in mehreren Brecht-Inszenierungen auf der Bühne, so in der "Dreigroschenoper" und in "Mann ist Mann" und arbeitete mit Regisseuren wie Erich Engel, Gustaf Gründgens, Max Reinhardt und Rudolf Noelte zusammen. Theo Lingen war nicht komisch, sondern studierte komische Rollen ein oder probierte Rollen, bis sie komisch waren. Er verfügte jedoch über einen komischen Stil, den er perfektionierte. Und hinter der Maske des Komikers verbarg er, wer er wirklich war, und schützte sein Privatleben und das seiner Familie.

Wolf Kampmann geht in seinem Essay der Frage nach, ob es möglich ist, einen Blick hinter diese Maske zu werfen. Mit den abgedruckten Dokumenten werden für Lingen wichtige Stationen seiner Künstlerlaufbahn herausgegriffen. Dazu gehört die Verfilmung einiger Schwänke von Till Eulenspiegel, dessen Möglichkeit, als Narr den Herrschenden ungestraft missliebige Wahrheiten sagen zu können, Lingen faszinierte. Dazu gehört ebenso die Rolle des Heinrich Krull in der "Kassette" von Sternheim, die eine der eindrucksvollsten und oft gespielten Bühnenerfolge von Theo Lingen war.

Mit einer Biografie und einem Werkverzeichnis.

Herausgegeben von Torsten Musial und Kornelia Knospe

112 Seiten, 76 s/w-Abbildungen
Akademie der Künste, Berlin 2003, ISBN-13 978-3-88331-070-0

Bestellungen sind direkt über die Buchhandlung Fürst in der Akademie der Künste möglich.