Musik – Mitglieder

Franz Wüllner

Komponist, Dirigent, Professor

Am 28. Januar 1832 in Münster geboren,
gestorben am 7. September 1902 in Braunfels an der Lahn.
Von 1890 bis 1902 Mitglied der Preußischen Akademie der Künste, Berlin, Sektion für Musik.

Biographie

Sohn des Philologen und Lehrers Franz Wüllner.
Kindheit in Düsseldorf, erster Klavier- und Violinunterricht.
1848 Studium bei Anton Felix Schindler in Frankfurt am Main, danach in Berlin, Brüssel und München.
1850-1854 Konzertreisen als Pianist nach Köln, Brüssel, Berlin und Leipzig.
Seit 1853 lebenslange Freundschaft mit Johannes Brahms.
1856-1858 Lehrer für Klavierspiel am Konservatorium in München.
1858 Städtischer Musikdirektor in Aachen.
Ab 1864 Leitung der Königlichen Vokalkapelle in München, 1867 auch Leiter der Chorgesangklassen an der Königlichen Musikschule, 1868 Gründung der Konzerte der Vokalkapelle.
1869/70 Leitung der "Rheingold"- und "Walküren"-Uraufführungen am Nationaltheater in München, danach Ernennung zum Ersten Hofkapellmeister.
1874-1892 Inspektor der Königlich bayerischen Musikschule, gemeinsam mit Josef Rheinberger, Einrichtung von Chor- und Orchesterklassen.
Ab 1877 Professor und Leiter des Konservatoriums in Dresden sowie Hofkapellmeister.
1882 Wechsel nach Berlin, Dirigent der Philharmonischen Konzerte und Chorsänger in der Sing-Akademie. Leitung des Niederrheinischen Musikfestes in Aachen.
1884 Umzug nach Köln, Umwandlung des Gürzenich-Orchesters in ein Städtisches Orchester, Prägung des Kölner Musiklebens für zwei Jahrzehnte.
Förderer vieler junger Komponisten, darunter Richard Strauss.

Werk

Vokalwerke:
1864 Heinrich der Finkler, Kantate für Männerchor, Soli und Orchester, op. 15
1865 Messe Nr. 1 für vierstimmigen gemischten Chor und vier Solo-Stimmen, op. 20
1868 Miserere für achtstimmigen gemischten Chor, op. 26
1875 Der erste Psalm: Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen, Motette für vierstimmigen Chor a capella, op. 27
1874 Messe Nr. 2 für Chor und Solo-Stimmen, op. 29
1871 Deutscher Siegesgesang für vierstimmigen Männerchor und Orchester, op. 32
1879 Drei Motetten für vierstimmigen Chor, op. 42
1886 Stabat Mater für achtstimmigen gemischten Chor, op. 45
1889 Te Deum für gemischten Chor und Orchester, op. 50
1891 Drei Motetten für Männerchor, op. 51
1892 Abendgesang für sechsstimmigen gemischten Chor, op. 52

Klavierwerke:
1858 Klaviersonate, d-Moll, op. 6
1861 Klaviertrio, D-Dur, op. 9
1862 26 Variationen über ein altdeutsches Volkslied für Klavier zu vier Händen, op. 11
1863 Klaviersonate, op. 10

Kammermusik:
1870 Violinsonate, e-Moll, op. 30
1877 22 Variationen über ein Thema von Franz Schubert, für Klavier und Violoncello, op. 39

Publikationen:
Chorübungen der Münchner Musikschule, 3 Bände, München 1895
Johannes Brahms im Briefwechsel mit Franz Wüllner, hg. von Ernst Wolff, Berlin 1906

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