Musik – Mitglieder

Dieter Schnebel

Komponist, Musikwissenschaftler, Theologe

Am 14. März 1930 in Lahr/Baden geboren, lebt in Berlin.
Von 1991 bis 1993 Mitglied der Akademie der Künste, Berlin (West), Sektion Musik.
Seit 1993 Mitglied der Akademie der Künste, Berlin, Sektion Musik.

de.schott-music.com

Biographie

Ab 1940 Gymnasium, Klavierunterricht (bei W. Siebler), Jugendkompositionen.
1949-1952 Studium in Freiburg/Br. (Musiktheorie bei E. Doflein; an der Universität Vorlesung u. a. bei Martin Heidegger).
1950/51 Besuch der Kranichsteiner Ferienkurse für Neue Musik (Edgar Varése, Theodor Adorno, René Leibowitz, Ernst Krenek, Hermann Scherchen, Olivier Messiaen, Luigi Nono, Pierre Boulez, Hans Werner Henze, Karlheinz Stockhausen).
1952-1956 Studium der Theologie, Philosophie und Musikwissenschaft in Tübingen, wichtige Eindrücke von Rudolf Bultmann, Ernst Bloch, Karl Barth,
Promotion über Arnold Schönberg bei Walter Gerstenberg.
1956-1963 Pfarr- und Lehrertätigkeit in Kaiserslautern.
1963-1970 Religionslehrer an der Wöhlerschule in Frankfurt am Main.
1970-1976 Religions- und Musiklehrer in München.
Arbeitsgemeinschaft für Neue Musik am Oskar-von-Miller-Gymnasium in München.
1976-1995 Professur für experimentelle Musik und Musikwissenschaft an der Hochschule der Künste Berlin.
Ab 1978 Arbeit mit der experimentellen Gruppe "Die Maulwerker".
Größere Auslandsreisen (Vorträge, Konzerte): USA, Kanada, Japan, Korea, Jugoslawien, Griechenland, Israel, Lateinamerika.
1995-1997 Reisen nach Lateinamerika (Montevideo, Buenos Aires, Sao Paulo, Rio de Janeiro), Madrid, Schweiz, Rom, Moskau, St. Petersburg.

Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, München, und der Freien Akademie der Künste, Leipzig.

Werk

1958 dt. 31,6 für Stimmen
1961 Glossolalie für Sprecher und Instrumentalisten
1960 Visible Music für einen Dirigenten und einen Instrumentalisten
1968 Maulwerke für Artikulationsorgane und Reproduktionsgeräte
1980 Choralvorspiele für Orgel, Nebeninstrumente und Tonband
1972 Schulmusik für Laien
1978 Schubert-Phantasie für geteiltes Orchester
1980 Körper-Sprache für 3 - 9 (stumme) Darsteller
1984 Jowägerli nach J.P. Hebel für Stimmen und Kammerensemble
1988 Missa für Soli, zwei Chöre, Orchester und Orgel
1992 Sinfonie X für Altstimme, grosses Orchester und Live-Elektronik
1992 Kaschnitz-Gedichte für Stimme und Klavier
1998 Majakowskis Tod / Totentanz (Opernfragment)
2008 Streichquartett
2013 Utopien - musikalisches Kasmmertheater
2014 Liebe - Leid für eine pianistische Sängerin

Veröffentlichungen:
1969 MO-NO, Musik zum Lesen, Du Mont Verlag, Köln
1972 Denkbare Musik (Schriften 1952-1972), hrsg. von Hans Rudolf Zeller
1993 Anschläge-Ausschläge (Essays), München
2001 "Lebensblätter" (Signatur 33), Kunstbuch über Leben und Werk

Auszeichnungen

1972 Deutscher Kritikerpreis
1991 Lahrer Kulturpreis
1999 Preis der Europäischen Kirchenmusik der Stadt Schwäbisch Gmünd
2011 Sigmund-Freud-Kulturpreis
2015 Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland