Archiv der Akademie der Künste

J.G. Schadow

Johann Gottfried Schadow, Protokoll einer Akademiesitzung mit Porträt-Skizze, Ausschnitt (1813)

Mit seinen umfangreichen Beständen und derzeit 85 Mitarbeitern darf das Archiv der Akademie als bedeutendstes interdisziplinäres Archiv zu Kunst und Kultur seit 1900 im deutschen Sprachraum gelten. Seine zentrale Aufgabe besteht darin, künstlerisch und kulturgeschichtlich wichtige Archive zu erwerben, zu verzeichnen und der Wissenschaft und interessierten Öffentlichkeit bereitzustellen. Auch in Ausstellungen, Vorträgen, Lesungen, Konzerten sowie in Publikationen macht das Archiv seine Bestände bekannt und stellt sie für externe Ausstellungen zur Verfügung. Außerdem betreut es die musealen Einrichtungen der Brecht-Weigel- und der Anna-Seghers-Gedenkstätte.
Das Archiv umfasst alle Künste - es entspricht der Mitgliederstruktur der Akademie.  Neben den einzelnen Kunstgattungen rücken damit Kunst und Kultur insgesamt als Wechselbeziehung und Dialog der Künste in den Fokus. So kann das Zusammenwirken von Autoren, Darstellenden Künstlern, Komponisten oder bildenden Künstlern in Theater oder Kabarett oder die gemeinsame Arbeit von Schriftstellern und Komponisten beim Opern- und Liedschaffen erfahren werden. Die gewaltsame institutionelle Trennung zwischen Medien-, bildender und performativer Kunst wird ebenso überflüssig wie die von Film- und Theaterarchiven bei Regisseuren und Schauspielern. Der Ansatz entspricht auch der wechselseitigen Durchdringung der Künste im 20. und 21. Jahrhunderts, die das Zentrum der Bestände bilden. Die übergreifenden Sammelschwerpunkte des Archivs verweisen auf Erfahrungsrahmen, die die Künste in ihrer Gesamtheit geprägt haben: das Exil während des Nationalsozialismus, die Situation der Künste in der DDR, Künstler und kulturelles Leben in Deutschland und insbesondere in Berlin seit 1900, aber auch der Austausch zwischen den Künsten in der Akademie selbst.

Informationen:

 

> Archivfenster eine Web-Präsentation des Archivs der Akademie der Künste

Neues aus dem Archiv - Berichte über neue Archivalien und Fundsachen

Ausstellungsangebote:

> Uwe Gressmann

> Klabund

> Georg Kaiser

(Stand 22.05.2014)


Archivfenster

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Daniel Chodowiecki, Der Evangelist Matthäus, Akademie der Künste, Kunstsammlung

Turmbewohner. Entwurfszeichnungen von Chodowiecki und Rode für den Gendarmenmarkt

23.01.-14.04 2015

Alte Nationalgalerie, Bodestr. 1–3, 10178 Berlin

Die Türme des Deutschen und des Französischen Doms auf dem Gendarmenmarkt prägen bis heute das Berliner Stadtbild.
Den umfangreichen Figurenschmuck entwarfen in den 1780er Jahren zwei herausragende Künstler des friderizianischen Berlins, Bernhard Rode (1725–1797) und Daniel Chodowiecki (1726–1801), die beide auch als Akademie-Direktoren hervortraten. Ihre Entwurfsserien wurden durch die Akademie der Künste gekauft. Nach 1945 galten Chodowieckis Rötelzeichnungen als Kriegsverlust, konnten der Kunstsammlung aber im letzten Jahr wieder zugeführt werden. Nach einer Restaurierungsphase präsentiert die Akademie sie nun erstmals neben Rodes schwungvollen Federzeichnungen in einer Kabinettausstellung in der Alten Nationalgalerie. Die Gegenüberstellung der beiden Werkgruppen veranschaulicht die unterschiedlichen Arbeitsweisen der Künstler. Hochkarätige Leihgaben, darunter Originalfragmente des Skulpturenschmucks, führen den Schaffensprozess von der Zeichnung zur Skulptur, aber auch die bewegte Geschichte des Platzes lebhaft vor Augen.