12.8.2020, 14 Uhr

Bilder, Töne, Kunstobjekte – Das Akademie-Archiv präsentiert seine digitalen Sammlungen

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Kunstarchive bedürfen der Anschauung. Ohne Bilder sind Handschriften, Fotos, Modelle, Gemälde, Zeichnungen und Videos nicht verständlich und sinnlich erfahrbar. Um ihre vielfältigen Sammlungen zur Kunst der Moderne besser zugänglich zu machen, hat die Akademie der Künste unter digital.adk.de ein digitales Schaufenster eingerichtet. Die ausgewählten Kollektionen bieten einen Einblick in die umfangreichen Bestände ihres Archivs, das alle Kunstformen umfasst und Archive von herausragenden Künstlerinnen und Künstlern im deutschen Sprachraum sammelt und zugänglich macht. Das Spektrum reicht von den avantgardistischen Fotos von Ellen Auerbach und den utopischen Architekturentwürfen Bruno Tauts über die Manuskripte des Kunstphilosophen Carl Einstein bis zur Neuen Musik von Bernd Alois Zimmermann. Für die ältere Sammlungstradition der Akademie steht die Kunstsammlung, die herausragende Werke von Daniel Chodowiecki, Johann Gottfried Schadow und Carl Blechen ausstellt. Einen besonderen Schwerpunkt der Präsentation bildet die Preußische Akademie der Künste, die 2021 ihr 325-jähriges Jubiläum begeht. Neben Mitgliederporträts werden architektonische Modelle und Zeichnungen sowie die Ausstellungskataloge der Akademie von 1786 bis 1943 gezeigt, die lange Zeit ein Leitmedium des Berliner Kunstlebens waren.

Das Schaufenster will die bedeutenden Sammlungen des Archivs der Akademie der Künste sichtbarer machen. Zugang und Handhabung sind bewusst einfach gestaltet. Die Präsentation setzt auf den ästhetischen und medialen Reiz der Objekte, um so eine breite Öffentlichkeit erreichen. Das responsive Webdesign ermöglicht eine schnelle Nutzung auch auf mobilen Endgeräten. Tools erleichtern die Anzeige der Bilder und Audiodokumente, die Suche und Anordnung der Fundstellen. Für weitergehende Recherchen wird auf die zugrundeliegende Archivdatenbank verlinkt.

Ein wesentliches informationstechnisches Anliegen des Projekts ist die weitgehende Automatisierung von Prozessen. Dafür werden Daten sowohl aus der Archivdatenbank als auch aus anderen Quellen migriert. Zugänglichkeit (Open-Source) und Nachhaltigkeit der Anwendung waren zentrale Leitlinien bei der Entwicklung. Das zieht gesonderte Anforderungen an Software und Programmcode nach sich. Bei der Pflege, Wartung und Weiterentwicklung der Software und Webtechnologie setzt die Akademie der Künste daher auf die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen (wie z.B. der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden und dem Schweizerischen Bundesarchiv) und nutzt, um Ressourcen sinnvoll bündeln zu können, die Software Kitodo (Key to digital objects), wovon die gesamte Community profitiert.

Digitale Projekte des Archivs
digital.adk.de dient zugleich als Portal für weitere digitale Projekte des Akademie-Archivs, die vielfach in Kooperation mit anderen Einrichtungen in Wissenschaft und Kultur entstanden sind. Dazu gehören virtuelle Ausstellungen, digitale Editionen oder auch Kataloge und Werkverzeichnisse, wie die Präsentation „Kosmos Heartfield“, die das Leben und Werk des politischen Fotomonteurs vorstellt oder auch dessen umfangreicher Katalog grafischer Arbeiten. Zu den Editionsvorhaben gehören die hybriden – analogen und digitalen – Ausgaben, die zu den Notizbüchern des Dichters und Dramatikers Bertolt Brecht und zu den Werken des Philosophen Walter Benjamin entstehen. Gemeinsam mit der Universitätsbibliothek Heidelberg erfolgte die Digitalisierung der Ausstellungskataloge der Preußischen Akademie der Künste. Über 200 Kataloge  aus dem Zeitraum von 1786 bis 1943 sind online zugänglich und als Volltext durchsuchbar. Die Angaben zu ca. 80.000 Kunstwerken von ca. 12.000 Künstlerinnen und Künstlern sind eine zentrale Quelle für kunstgeschichtliche Forschungen, insbesondere zur Provenienz der Objekte. Weitere Vorhaben im Bereich der Digital Humanities sind in Vorbereitung.

Heinrich Mann digital
Zum 150. Geburtstag des Romanciers Heinrich Mann (1871-1950) im März 2021 startet  das Projekt „Heinrich Mann digital“. Ziel ist es, den über mehrere Standorte in Europa und Übersee verteilten handschriftlichen Nachlass virtuell zusammenzuführen und Teile davon online zu edieren – ein Pilotprojekt, das für zahlreiche andere Künstlerarchive zum Vorbild werden kann.

Links
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Für Rückfragen
Werner Heegewaldt, Direktor des Archivs
archivdirektion@adk.de
Tel. 030 20057-3101
Volkmar Ernst, Digitale Langzeitarchivierung
ernst@adk.de
Tel. 030 20057-3214