Publikationen der Kunstsammlung

Alles so schön bunt hier! Auf überraschende, originelle und effektive Weise wurde in der Planwirtschaft der DDR für eine überschaubare Produktpalette geworben. Zwölf Motive aus der Plakatsammlung der Akademie der Künste bieten Einblicke in die wunderbare, witzige und wirksame Welt der DDR-Werbegrafik der 1950er Jahre. Mit Kurztexten von Matthias Biskupek

Zur Ausstellung mit Werken von Akademie-Mitgliedern in den Kunstsammlungen Chemnitz erscheint ein Katalogbuch mit Texten zur Geschichte der Akademie der Künste und ihres Archivs sowie zum Wirkungsfeld der sechs künstlerischen Sektionen mit Essays von Hans Gerhard Hannesen, Anke Hervol, Angela Lammert, Charlotte Schubert u. a. sowie Grußworten von Jeanine Meerapfel, Klaus Staeck und einem Vorwort von Ingrid Mössinger.

Die Malerin und Grafikerin Alice Lex-Nerlinger gehörte zur kunstlerisch-politischen Avantgarde der Weimarer Republik. Berühmt geworden ist sie mit dem Bild „§218“ (1931), einer Kritik am damaligen Abtreibungsverbot. Unter dem Einfluss des „Sturm“-Kreises eignete sie sich moderne Kunsttechniken wie Fotografie, Montage und Fotogramm an. Das Katalogbuch zur Ausstellung im Verborgenen Museum enthält zahlreiche Dokumente und Abbildungen aus dem Nachlass der Künstlerin, der sich im Archiv und in der Kunstsammlung der Akademie der Künste befindet.

Der Großteil der Entwurfszeichnungen von Daniel Chodowiecki und Bernhard Rode zum Französischen und Deutschen Dom befindet sich in der Kunstsammlung der Akademie der Künste und wird in dieser Publikation präsentiert. In den Texten widmen sich die Autoren der Ikonografie der Bildprogramme, der Werkgenese sowie der Provenienzgeschichte der Zeichnungen, die in ihren verschiedenen Facetten auch im Kontext der Akademie- und Architekturgeschichte betrachtet werden. Zudem erfährt man etwas von den Ergebnissen der kunsttechnologischen Untersuchungen, die im Rahmen eines Restaurierungsprojekts durchgeführt wurden. Ein Gesamtverzeichnis der Zeichnungen Chodowieckis zum Skulpturenprogramm des Französischen Doms rundet die reichbebilderte Publikation ab.

In 25 Fallbeispielen – zu Benjamin, Brecht, Kempowski, Kollwitz, Heiner Müller, der Akademie-Geschichte, neuen Formen in Theater, Kabarett, Tanz, Fernsehspiel oder Videokunst u. a. – geht die Publikation künstlerischen Aufbrüchen nach, die weiterreichende Folgen für die Entwicklung der Künste des 20. und 21. Jahrhunderts hatten. Der Einleitungsbeitrag zeigt Strukturen und Arbeitsweisen des gesamtdeutschen, multidisziplinären Künstlerarchivs auf, bilanziert die Entwicklung seit 1993, ein Anhang informiert über die Profile der Archivabteilungen.

Der Katalog stellt eine Auswahl künstlerischer Postsendungen in Wort und Bild vor. Kurze Essays erläutern Entstehungshintergründe, Text-Bild-Bezüge und Adressatenbeziehungen der bebilderten Liebesbotschaften, visuellen Gedichte und Bildgeschichten, der Solidaritätsadressen und politischen Statements, der Entwürfe für Künstlerpostkarten und der vielgestaltigen Mail-Art-Massensendungen. Das ästhetische Spektrum reicht von spätromantisch, Dada, expressionistisch, Fluxus, Konzept-Kunst bis postmodern, von spielerisch-dilettantisch bis künstlerisch herausragend. Informationen über die Künstler-Autoren sowie ein Ausstellungsverzeichnis runden den Katalog ab.

Die Publikation präsentiert eine Auswahl von Ölgemälden und Pastellen Otto Nagels aus dem Besitz der Kunstsammlung der Akademie, die mit Mitteln der Ernst von Siemens Kunststiftung restauriert wurden. Ausstellung (Schloss Biesdorf, 20. Mai bis 1. Juli 2012) und Katalog spannen den Bogen von der Weimarer Republik bis zu den letzten Lebensjahren des Künstlers in Berlin-Biesdorf. Kunsthistorische Essays konzentrieren sich auf das Schaffen von Otto Nagel in zwei wichtigen Werkperioden, die bisher kaum eingehender betrachtet wurden: die NS-Zeit und die Zeit in der DDR.

Anhand von markanten Arbeiten aus dem Bestand der Kunstsammlung der Akademie gibt der Band einen Einblick in den Kosmos des Zeichners Joachim John (geb. 1933) von den frühen 1960er Jahren bis heute. Neben seiner Sicht auf Menschen und Landschaften spiegeln die ausgewählten Blätter die intensive Beschäftigung mit Literatur, Theater, Geschichte und grundsätzlichen Gesellschaftsfragen wider. Sinnlich-opulent und zugleich widerständig-kritisch sind seine Zeichnungen zu Machiavelli und Hacks, zur Französischen Revolution und zur deutschen Einheit. Mit einem einführenden Beitrag von Rosa von der Schulenburg und zwei Gesprächen mit Joachim John.

Das Buch thematisiert einen Aspekt des Gesamtwerkes von George Grosz und konzentriert sich auf Arbeiten, in denen der Künstler sein besonderes Verfahren der Montage, Collage und der Versatzstücke angewandt hat. Dabei wird deutlich, dass Grosz und Heartfield diese Technik während der Dada-Zeit im Austausch entwickelten. In bekannten und ungekannten Kombinationen treten die Grosz-Typen in Erscheinung und prägen weithin unser Bildgedächtnis der Weimarer Republik. Auch im Exil in den USA und nach dem Zweiten Weltkrieg benutzte Grosz für seine collagierten Kommentare zur nationalsozialistischen Kunstpolitik das Montageprinzip ebenso wie in den Montage-Folgen der 1950er Jahre, um seiner Frustration über die Entwicklungen in der Gesellschaft, in der Kunst und auf dem Kunstmarkt dadaistisch zu trotzen. In den gesellschaftskritischen Montagen dieser Jahre – im großen Format und auf Postkarten an seine Freunde – findet der untrüglich formsichere Monteur Grosz einen neuen Gegenstand der Satire: die Konsumgesellschaft. Mit analytisch sezierendem Blick und nicht ohne grotesken Humor zerlegt er die in den Medien allgegenwärtigen, von Perfektion, Schönheit und Konsum geprägten Idealvorstellungen der amerikanischen Gesellschaft. Der Mensch erscheint in schrecklicher Weise verwandelt. Die Publikation enthält neben zahlreichen Abbildungen unveröffentlichter Arbeiten von George Grosz und Porträtfotografien von Arnold Newman und Irving Penn Texte von George Grosz, Birgit Möckel, Klaus Staeck und Wolfgang Trautwein.

Das Amalfi-Skizzenbuch gilt als künstlerisches Herzstück der Italienreise des Malers Carl Blechen im Jahr 1828/29. Auf 66 großformatigen Blättern, mit Sepia, Bleistift und in Aquarellen, hielt er die Eindrücke einer Wanderung entlang der neapolitanischen und amalfitanischen Küste im Mai 1829 fest. Die Zeichnungen faszinieren durch die atmosphärische Wiedergabe von Licht und Schatten. Mehr als 50 Jahre vor den Impressionisten machte Blechen die Subjektivität des Sehens und die Erscheinung der Landschaft im Licht zum Bildthema. Heute ist das Amalfi-Skizzenbuch eine Inkunabel der deutschen frührealistischen Kunst und eine der berühmtesten Zeichnungssammlungen des 19. Jahrhunderts. In diesem Katalog präsentiert die Akademie der Künste die bisher noch nie komplett vorgestellte Werkgruppe nun zum ersten Mal vollständig und mit detaillierten Beschreibungen zu jedem Blatt. Er enthält darüber hinaus Aufsätze von Kilian Heck, Mareike Hennig, Annik Pietsch, Dieter Richter, Rosa von der Schulenburg, Uta Simmons, Birgit Verwiebe und Reinhard Wegner.

In den Zwischenräumen unserer von digitalen Bildern überfüllten Alltagswahrnehmung, zwischen dem Flüchtigen, Austauschbaren der sogenannten stock photography und dem Lauten, Grellen heutiger Sensationsbilder und Starporträts haben sich die Fotografien von Inge Zimmermann eingenistet. Es ist etwas Bleibendes in dem Vergänglichen, das sie zeigen. Unaufdringlich laden sie das Auge des Betrachters ein, innezuhalten, sich einzulassen auf eine Sicht der Dinge und Menschen, die ihrem Da-Sein und ihrer Zeitlichkeit etwas abgewinnt, das weder Profit verspricht, noch irgendwo unter Soll und Haben zu verbuchen wäre. Es sind Ansichten von im Werden oder Vergehen begriffenen Orten und Landschaften, mit leichter Melancholie gefärbte Stillleben – besser: nature morte – und ausdrucksvoll lebendige Gesichter von prominenten und weniger bekannten Menschen, die im Gegenüber mit der Porträtfotografin ganz sie selbst zu sein scheinen.

Gabriele Mucchi (1899–2002) gilt als einer der bedeutensten italienischen Maler des 20. Jahrhunderts . Mit Brecht verband Mucchi die Suche nach einer realistischen künstlerischen Ausdrucksform. 1957 zeichnete er auf Proben und in Aufführungen im Berliner Ensemble Szenen aus dem Brechtstück Der gute Mensch von Sezuan in der Inzenierung von Benno Besson. Die 78 Theaterzeichnungen werden in dieser Publikation erstmals in ihrer Gesamtheit präsentiert. Ausstellung 1.9.-14.10.2007

Die Kunstsammlung und das historische Archiv der Preußischen Akademie der Künste, die beide bis zur Akademie-Gründung im Jahr 1696 zurückreichen, erlitten am Ende des Zweiten Weltkriegs einschneidende Verluste. Erst nach der Zusammenführung der Bestände aus den Nachkriegsakademien Ost und West in die vereinte Akademie der Künste war ein genauerer Überblick möglich, der mit dieser Publikation vorgelegt wird. Sie macht insbesondere deutlich, welch reichhaltiger Kunstbestand der Akademie bis 1945 gehörte, von dem zirka drei Viertel bis heute verschollen sind. Mit einem Vorwort von Adolf Muschg, weitere Autoren: Ingrid Hägele, Helga Neumann, Gudrun Schmidt, Gudrun Schneider, Wolfgang Trautwein.

In dem kurzen Zeitraum von nur zwei Monaten des Jahres 1773 entstanden, geben die Zeichnungen Chodowieckis einen Einblick in das Antlitz Danzigs im 18. Jahrhunderts. Er porträtierte nicht nur die Straßen, er blickte auch in die Häuser hinein, traf Freunde und Bekannte und wurde zu Festen und Empfängen eingeladen. Auf seinen Zeichnungen können wir Spaziergänger auf den Straßen und Gläubige bei ihrem Gebet in der Kirche beobachten, lernen wir Freunde und Gastgeber kennen.
Die Publikation enthält ein Ausstellungsverzeichnis mit kritisch durchgesehenen handschriftlichen Vermerken des Künstlers sowie einem Vorwort von György Konrád und Beiträgen von Helmut Börsch-Supan, Gudrun Schmidt und Wolfgang Trautwein.