KUNSTWELTEN aktuell

Spurensicherung. Die Geschichte(n) hinter den Kunstwerken, 29.10.22 – 22.1.23

In der aktuellen Akademie-Ausstellung begeben sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene gemeinsam mit Künstler*innen auf Spurensuche. Detektivisch erkunden sie die Geschichten von Bildern, Skulpturen, Büchern, Dokumenten aus den Sammlungen der Akademie der Künste. Berliner Schüler*innen laden die Ausstellungsgäste zu einem besonderen Entdeckungsparcours ein. Mit Rolf Giegold entwickelten Schüler*innen der Klasse 7c des Canisius Kollegs und der Klasse 8.5 des Rosa-Luxemburg-Gymnasiums einen Audioguide, für den sie die Werke selbst zu Erzählern ihrer Geschichten machten. Der Audioguide steht allen Besucher*innen kostenlos zur Verfügung.
In unseren Fälscherwerkstätten werden Schulklassen aller Altersgruppen gemeinsam mit Mark Lammert und Anna Slobodnik Fälschungen mit Übermalungen, Kopien und Signets gestalten, Originale und Fälschungen untersuchen, Spuren auf Oberflächen mit Schwarzlichtlampen sichtbar machen. Die Fälscherwerkstätten werden an drei Familiensonntagen fortgeführt (6.11.22, 4.12.22, 8.1.23). Arnold Dreyblatt erforscht mit Gymnasiast*innen den Umgang mit Artefakten in Archiven und Sammlungen und fragt ebenso nach Geschichten und Objekten in den Familien, im Stadtteil, in der Stadt. In einem Film erzählen Schüler*innen der Klasse 8.5 des Rosa-Luxemburg-Gymnasiums gemeinsam mit Constanze Witt, Gesine Bey und Claus Larsen die Geschichte des Holzausweises der Schriftstellerin und Ärztin Angela Rohr, der auf verschlungenen Wegen aus einem sibirischen Gulag ins Akademie-Archiv gelangte und in der Ausstellung zu sehen ist. In einer Fotografiewerkstatt erkunden Schüler*innen gemeinsam mit Jordis Schlösser die Geschichten hinter den Dingen ihres Alltags, Rolf Giegold lädt zu Bild-Text-Werkstätten ein.
Neben dem regulären Führungsprogramm finden Führungen für blinde und sehbehinderte Menschen sowie Führungen für gehörlose Besucher*innen mit Übersetzung in DGS statt.

JEDE WOCHE KUNST

Unter dem Motto „Jede Woche Kunst“ intensiviert KUNSTWELTEN die Zusammenarbeit mit dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld.

Akademie-Präsidentin Jeanine Meerapfel und Landrat Andy Grabner knüpfen an die vor 15 Jahren von ihren Amtsvorgängern  Klaus Staeck und Uwe Schulze initiierte Kooperation der Akademie der Künste mit den Schulen, dem Kulturamt und dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld an, in deren Ergebnis viele hundert Kinder und Jugendliche von Künstlerinnen und Künstlern zu kreativen Begegnungen eingeladen wurden. Schülerinnen und Schüler fast aller Schultypen haben an den sinnstiftenden Programmen teilgenommen, dabei Neues entdeckt und Freude an der intensiven Beschäftigung mit Kunst erlebt. Das bei Kindern, Jugendlichen, Lehrerinnen, Lehrern, Eltern und Partnern beliebte Programm findet bis zu den Weihnachtsferien wöchentlich an einer Schule im Landkreis statt. Neben Lesungen, Film- und Hörspielveranstaltungen werden unterschiedliche Kunstwerkstatten angeboten. Zu den mitwirkenden Künstlerinnen und Künstlern gehören die Filmemacherin und Akademie-Präsidentin Jeanine Meerapfel, die Schriftstellerin und Vizepräsidentin  Kathrin Röggla sowie Ralph Hammerthaler, Thomas Heise, Kerstin Hensel, Miguel Hilari, Nataša von Kopp, Stella Luncke, Friederike Meese, Helke Misselwitz, Terézia Mora, Moritz Nitsche, Kristiane Petersmann, Rosa von Praunheim, Benjamin Scheuer, Ingo Schulze, Hanna Zeckau, Lukas Zerbst.  Die Intensivierung der KUNSTWELTEN-Aktivitäten im Landkreis Anhalt-Bitterfeld wird im Rahmen des Strukturstärkungsprozesses der Kohleregionen vom Bund aus dem Etat für Kultur und Medien gefördert.

KUNSTWELTEN für alle!

Ein weiterer, wichtiger Baustein der künstlerischen Vermittlungsarbeit ist die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in zwei Berliner Gemeinschaftsunterkünften. Hier werden in Abstimmung mit dem Träger regelmäßig Werkstätten mit den Künstler*innen Nataša von Kopp, Sibylle Prange, Stella Luncke und Josef Maria Schäfers in den Bereichen Malerei, Fotografie und Film angeboten, oftmals erweitert um Exkursionen im Stadtgebiet, die auf großes Interesse der Kinder stoßen.

Im März 2022 wurde ein weiteres Werkstatt-Format an der Wilhelm von Humboldt-Gemeinschaftsschule in Prenzlauer Berg gestartet, bei dem über 30  Schüler*innen einer Willkommensklasse, unter ihnen Kinder aus der Ukraine, und einer Regelklasse gemeinsam mit dem Künstler Rolf Giegold aus Zeichnungen und Fotografien ein Bildwörterbuch entwickeln, welches Themenbereiche ihrer Lebens- und Alltagswelt versammelt.

Angesichts der Auswirkungen der Pandemie und des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine tragen diese Programme dazu bei, mit den Mitteln der Kunst aufzuklären, zu ermutigen, Brücken zu bauen, Lebensfreude und Erfahrungsgewinn zu mehren.