KUNSTWELTEN aktuell

NICHT BESONDERS SEIN MÜSSEN – Kulturelle Vielfalt in Berlin

Welche Kraft kostet es, sich in einer Gesellschaft zu behaupten, die besessen ist von der Frage nach Zugehörigkeit und Identität? Wie erleben Enkel und Urenkel der Arbeitsmigranten und -migrantinnen der ersten Generation kulturelle Vielfalt in Berlin? Haben die Jungen die Erfahrung von Fremdheit, die ihre Eltern und Großeltern machen mussten, überwunden? Wie begegnen sich die Generationen, was wissen sie voneinander? Und was wissen Berliner Schülerinnen und Schüler von den Biografien ihrer Eltern und Großeltern? Bei Archiv-Besuchen, in Lesungen, Schreib-, Film- und Hörspielwerkstätten erforschen sie das Zusammenleben in Berlin. Mit Dilek Güngör, Özlem Özgul Dündar, Senthuran Varatharajah und Ines Thomsen.

Ein Vermittlungsprojekt mit der Carl von Ossietzky-Gemeinschaftsschule, dem Literaturarchiv und KUNSTWELTEN mit Unterstützung der Stiftung Mercator.

JEDE WOCHE KUNST

Unter dem Motto „Jede Woche Kunst“ intensiviert KUNSTWELTEN die Zusammenarbeit mit dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld.

Akademie-Präsidentin Jeanine Meerapfel und Landrat Andy Grabner knüpfen an die vor 15 Jahren von ihren Amtsvorgängern  Klaus Staeck und Uwe Schulze initiierte Kooperation der Akademie der Künste mit den Schulen, dem Kulturamt und dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld an, in deren Ergebnis viele hundert Kinder und Jugendliche von Künstlerinnen und Künstlern zu kreativen Begegnungen eingeladen wurden. Schülerinnen und Schüler fast aller Schultypen haben an den sinnstiftenden Programmen teilgenommen, dabei Neues entdeckt und Freude an der intensiven Beschäftigung mit Kunst erlebt. Das bei Kindern, Jugendlichen, Lehrerinnen, Lehrern, Eltern und Partnern beliebte Programm findet bis zu den Weihnachtsferien wöchentlich an einer Schule im Landkreis statt. Neben Lesungen, Film- und Hörspielveranstaltungen werden unterschiedliche Kunstwerkstatten angeboten. Zu den mitwirkenden Künstlerinnen und Künstlern gehören die Filmemacherin und Akademie-Präsidentin Jeanine Meerapfel, die Schriftstellerin und Vizepräsidentin  Kathrin Röggla sowie Ralph Hammerthaler, Thomas Heise, Kerstin Hensel, Miguel Hilari, Nataša von Kopp, Stella Luncke, Friederike Meese, Helke Misselwitz, Terézia Mora, Moritz Nitsche, Kristiane Petersmann, Rosa von Praunheim, Benjamin Scheuer, Ingo Schulze, Hanna Zeckau, Lukas Zerbst.  Die Intensivierung der KUNSTWELTEN-Aktivitäten im Landkreis Anhalt-Bitterfeld wird im Rahmen des Strukturstärkungsprozesses der Kohleregionen vom Bund aus dem Etat für Kultur und Medien gefördert.

KUNSTWELTEN für alle!

Ein weiterer, wichtiger Baustein der künstlerischen Vermittlungsarbeit ist die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in zwei Berliner Gemeinschaftsunterkünften. Hier werden in Abstimmung mit dem Träger regelmäßig Werkstätten mit den Künstler*innen Nataša von Kopp, Sibylle Prange, Stella Luncke und Josef Maria Schäfers in den Bereichen Malerei, Fotografie und Film angeboten, oftmals erweitert um Exkursionen im Stadtgebiet, die auf großes Interesse der Kinder stoßen.

Im März 2022 wurde ein weiteres Werkstatt-Format an der Wilhelm von Humboldt-Gemeinschaftsschule in Prenzlauer Berg gestartet, bei dem über 30  Schüler*innen einer Willkommensklasse, unter ihnen Kinder aus der Ukraine, und einer Regelklasse gemeinsam mit dem Künstler Rolf Giegold aus Zeichnungen und Fotografien ein Bildwörterbuch entwickeln, welches Themenbereiche ihrer Lebens- und Alltagswelt versammelt.

Angesichts der Auswirkungen der Pandemie und des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine tragen diese Programme dazu bei, mit den Mitteln der Kunst aufzuklären, zu ermutigen, Brücken zu bauen, Lebensfreude und Erfahrungsgewinn zu mehren.