Regisseure / Schauspieler: Jürgen Gosch

Film und Gespräch
»Man guckt immer, wie weit man gehen kann. Und man muß immer gucken, ob man weit genug gegangen ist.« – Das Arbeitsprinzip von Jürgen Gosch war ein Dorn im Auge der DDR-Kunstverwalter, die seine künstlerischen Produktionen ins Leere laufen ließen oder deren spielerische Phantasie nicht verstanden, aber umso deutlicher urteilten. Jürgen Gosch, Jahrgang 1943, von Fritz Marquardt an die Volksbühne geholt, sorgte 1978 mit einer systemkritischen Inszenierung von Büchners »Leonce und Lena« für Aufruhr. Danach sah er für sich keine Perspektive, wechselte die Republik, arbeitete in Hannover, Bremen, Köln, wo er für seine Inszenierung von Sophokles’ »Ödipus« mit Ulrich Wildgruber in der Titelrolle mit dem Europäischen Theaterpreis ausgezeichnet wurde. Obwohl international sehr erfolgreich unterwegs, ist das Deutsche Theater für ihn ein Ort der Wiederkehr. Jürgen Gosch liebt seine Schauspieler und sie lieben ihn – eine wechselseitige, durch harte Arbeit immer wieder neu her- und auf die Probe gestellte Zuneigung. »Über den gewissen Leichtsinn im Umgang mit dem Gegenstand« ist das Motto für einen Abend mit der Premiere des Films »Ein alter Film von heute« von Jürgen Gosch und Reflexionen von Künstlerkollegen zu seiner Arbeit.
Samstag, 6.9.2008

20.30 Uhr

Hanseatenweg

Studio

mit C. Harfouch, H. Schneider, H. Beyer, J. Gosch,
M. Gwisdek, Ch. Hein, J. Holtz, Th. Langhoff, U. Matthes, J. Schütz, E. Stötzner, K. Völker u.a. € 5/3
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