"Droge Faust Parsifal"
Wagner 2013. Künstlerpositionen

Lesung

Für das Jahr 1994 hatte das Staatstheater Nürnberg mit Einar Schleef eine Neuinszenierung von Wagners Parsifal vereinbart. Schleef wollte darin – in Fortführung seiner chorischen Inszenierungen im Sprechtheater – die Gralsritterschaft als eine Gruppe zeigen, die sich durch gemeinsame Drogeneinnahme definiert und schließlich durch den Entzug der Droge zugrundezugehen droht. Bereits bei der Bauprobe traten jedoch unüberbrückbare Differenzen zwischen dem Regisseur und der Theaterleitung zutage. Schleefs Bühnenbildmodell sah vor, den Bühnenboden über die Bühnenkante hinaus in den Orchestergraben hinein zu verlängern, wodurch das Orchester dort keinen Platz mehr gefunden hätte. Zudem beabsichtigte Schleef, die musikalisch-dramaturgische Abfolge des Parsifal zu verändern und an bestimmten musikalischen Schnittstellen in jeweils andere Akte zu springen. Das Theater beendete daraufhin die Zusammenarbeit, die Inszenierung kam nicht zustande. In der Ausstellung „Wagner 2013. Künstlerpositionen“ werden Skizzen und Zeichnungen zur geplanten Parsifal-Inszenierung ausgestellt. Einige der hier festgehaltenen Ideen hat Schleef in späteren Aufführungen verwendet, etwa in Brechts Herr Puntila und sein Knecht Matti am Berliner Ensemble (1996) oder in Berkéwicz’ Der Golem in Bayreuth am Akademietheater Wien (1999). Aus der Beschäftigung mit Parsifal ging Schleefs Großessay Droge Faust Parsifal (1997) hervor, aus dem Jutta Hoffmann und Wolfgang Behrens an diesem Nachmittag direkt in der Ausstellung lesen werden.

Sonntag, 16.12.2012

17 Uhr

Hanseatenweg

Hallen

Lesung aus dem Buch von Einar Schleef. Mit Jutta Hoffmann und Wolfgang Behrens.

€ 5/3
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