László Rajk: Missing Paragraph

Ausstellung

Die Regierung von Viktor Orbán hat das Rechtsstaatsprinzip, das 1989 hart errungen worden war, ausgehöhlt. Dafür ist nun im neuen Grundgesetz ein „Nationales Glaubensbekenntnis“ rechtsverbindlich. Juristen, Künstler und ein wachsender Teil des ungarischen Volks wehren sich gegen die Beschneidung der Demokratie.

László Rajk, ungarischer Künstler, Ausstellungsdesigner und Architekt, ist eine der prominenten Persönlichkeiten, die sich bereits 1989 mit einer Installation am Budapester Heldenplatz für den Geist der Revolution eingesetzt hatte. Nun hat László Rajk erneut ein politisches Werk geschaffen. „Missing Paragraph“ besteht aus 15 Frottage-Bildern, die die Paragraphen der ungarischen Verfassung sichtbar machen, die zu Jahresanfang 2012 umgestellt oder neu bewertet wurden. So lautet zum Beispiel der Artikel A nicht mehr „Hungary shall be a Republic“, sondern „The name of our country shall be Hungary“. Mit dieser Arbeit, die im September 2011 erstmals in Budapest gezeigt wurde, hat Rajk eine von Tausenden von Bürgerinnen und Bürgern getragene Protestbewegung in Ungarn ausgelöst.

Die Akademie der Künste präsentiert in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde e.V. László Rajks "Missing Paragraph" in der Passage im Akademie-Gebäude am Pariser Platz. Die Präsentation wird am 20.01. mit einem Podiumsgespräch eröffnet.

László Rajk (*1949), Architekt, Ausstellungsdesigner und Künstler, lebt und arbeitet in Budapest. Er studierte Architektur an der Technischen Universität in Budapest sowie an der McGill Universität in Montreal (Canada). Er unterrichtet an zahlreichen Universitäten in Krakau, London, Oslo und Budapest im Bereich Architektur, Ausstellungsdesign, Film und Theater. Sein Vater László Rajk ist der bekannte ungarische Kommunist, der 1949 in Ungarn ermordet wurde. Weitere Informationen unter www.rajk.hu

Die Akademie der Künste verfolgt seit 2010 mit Stellungnahmen und Veranstaltungen die kulturpolitische Entwicklung in Ungarn , s.
Pressemitteilung vom 08. Mai 2010
Pressemitteilung vom 23. Dezember 2010
Akademie-Gespräch am 26. Januar 2011
Pressemitteilung 05. November 2011
Pressemitteilung 22. November 2011

Die Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde e.V. ist Herausgeberin des 2011 erschienenen Osteuropa-Sonderbands: „Quo vadis, Hungaria? Kritik der ungarischen Vernunft.“ 432 S., 29 Karten, 55. Abb., 24 €.



 

21.1. — 4.3.2012

Pariser Platz

Foyer/Passage

täglich, 10-22 Uhr
Eintritt frei
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