They tried to bury us. Foto © Martin Amushendje

Isabel Tueumuna Katjavivi:
They tried to bury us

Installation

Als sich die namibischen Gemeinschaften 1904-08 gegen die deutsche Kolonialherrschaft erhoben, reagierten die kaiserlichen Truppen mit Dekreten zur Vernichtung, in deren Folge 80 Prozent der Ovaherero und 50 Prozent der Nama getötet wurden. Ein weiteres Dekret ließ die Erschießung der San zu. Diese Schreckensherrschaft verharrt in der Psyche der Nation.

Im heutigen Namibia ist das ungelöste Trauma auch mit dem Land selbst verbunden: Jedes Sandkorn bewahrt die Erinnerung und ist Zeuge der Vergangenheit. Die vergifteten Brunnen, welche den fliehenden Menschen den Tod bringen sollten, sind als klaffende Löcher in der Landschaft sichtbar. Und die Bäume, die als Galgen verwendet wurden, flüstern unablässig die Namen der Opfer, deren Knochen verlassen im Boden liegen.

They tried to bury us ist ein Ort der Erinnerung. Die Gesichter repräsentieren die unzähligen Toten, die nie zur Ruhe gebettet wurden. Sie dienen als Metapher für die Geschichte und weisen gleichzeitig auf eine Vergangenheit, die ungelöst und unvollendet ist – sowohl sichtbar als auch zerfallend in der verdorbenen Erde.

Isabel Tueumuna Katjavivi lebt und arbeitet als bildende Künstlerin in Windhoek, Namibia. Derzeit studiert sie im Master Bildende Kunst an der University of Namibia und konzentriert sich auf ortsspezifische kurzlebige Installationen, um an den Ovaherero-Genozid zu erinnern. Sie war 2017 die erste Preisträgerin des Bank Windhoek Triennial Competition. Katjavivi hatte drei Einzelausstellungen und war in diversen Gruppenausstellungen vertreten. Ihre Arbeiten befinden sich u. a. in der Sammlung des Museums Würth, Künzelsau, der Luciano Benetton Collection sowie in der Sammlung der National Art Gallery of Namibia.

29.11. — 8.12.

Pariser Platz

Black Box

Multimediainstallation 2018/2019

Täglich 11 – 19 Uhr

Eintritt frei