Kathrin Röggla. Foto © Marcus Lieberenz

Wo kommen wir hin. Der Elefant aus dem Raum

Performance

Kathrin Röggla im Gespräch mit ...

... Arabelle Bernecker-Thiel, Politologin, Consultant für Migrationsmanagement.

Den Elefanten aus dem Raum zu lassen heißt, Gespräche zu führen, heißt, ein Gegenüber wahrzunehmen, vielleicht mehrere. Ausgerechnet die Literatur, deren Produktionsbeginn nach wie vor mit dem weißen Blatt assoziiert wird, kann solch ein dialogisches Vorgehen in der Kunst exemplarisch zeigen.

Im Rahmen ihrer Installation Der Elefant im Raum, die vom 18.5. – 2.6. in der Akademie am Hanseatenweg zu sehen ist, lädt die Schriftstellerin Kathrin Röggla vom 21. – 25.5. zu einer Reihe von Gesprächen ein. Sie folgt dabei der Devise: Sprache ist Form und nicht nur Gedanke.

Die Gesprächspartner kommen aus unterschiedlichen Bereichen und haben alle etwas mit wachsenden und platzenden Elefanten im Raum zu tun. Sichtbar werden soll ein formaler Umgang mit dem Material, sowie ästhetische Formierungsprozesse.

An fünf Abenden wird Kathrin Röggla diesen Vorgang performativ ausführen, in dem sie die Besonderheit des Akademiegebäudes am Hanseatenweg, Produktionsstätte, Aufführungsort und Wohnort für Kunstschaffende in einem zu sein, nutzt und durchdekliniert. Literatur arbeitet an diesem Ort mit der Architektur zusammen.

Der Abend beginnt jeweils um 18 Uhr mit einem einstündigen Gespräch im Tonstudio, das öffentlich miterlebt werden kann. Um etwa 19 Uhr wechselt Kathrin Röggla in die Halle 1, in der sie die aufgenommene Unterhaltung öffentlich transkribiert. Um etwa 20 Uhr geht es weiter ins sogenannte Beckett-Atelier, jenem einstigen Wohnort Samuel Becketts in der Akademie der Künste. Dort wird sie aus dem Transkript Material für die Literatur gewinnen.

Damit die Literatur nicht alleine bleibt, wird sich der Künstler Mark Lammert in Halle 1 als Kopist betätigen und so visuell Bilder und Theorie befragen.


Arabelle Bernecker-Thiel ist Migrationsexpertin, die in Osteuropa, Afrika und im arabischen Raum Regierungen zum Thema Migration, Menschenhandel und Grenzschutz berät. Sie arbeitet als Beraterin, Coach und Projektmanagerin derzeit u. a. für Interpol, die Internationale Organisation für Migration (IOM) und das Geneva Centre for the Democratic Control of Armed Forces (DCAF) / International Security Sector Advisory Team (ISSAT). 2015 erschien von ihr (zusammen mit Susanne Glass) Schwestern der Revolution. Aktivistinnen im Kampf gegen Diktatur und Unterdrückung.

Weitere Gespräche mit ...

21.5.: Heike Kleffner, Journalistin und Geschäftführerin des Verbands der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (VBRG)

23.5.: Ulf Bünermann, Soziologe und Koordinator in der Berliner Landesstelle für Gleichbehandlung (LADS)

24.5.: Frank Raddatz, Dramaturg und Publizist

25.5.: Patrick Kroker, Jurist, European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR)


Eine Veranstaltung im Rahmen von „Wo kommen wir hin“.

Mittwoch, 22.5.

18 Uhr

Hanseatenweg

Kathrin Röggla im Gespräch mit Arabelle Bernecker-Thiel

In deutscher Sprache

Eintritt frei

Weitere Informationen

www.wokommenwirhin.de