Kathrin Röggla. Foto © Marcus Lieberenz

Wo kommen wir hin. Der Elefant aus dem Raum

Performance

Kathrin Röggla im Gespräch mit ...

... Frank Raddatz, Publizist und Dramaturg.

Den Elefanten aus dem Raum zu lassen heißt, Gespräche zu führen, heißt, ein Gegenüber wahrzunehmen, vielleicht mehrere. Ausgerechnet die Literatur, deren Produktionsbeginn nach wie vor mit dem weißen Blatt assoziiert wird, kann solch ein dialogisches Vorgehen in der Kunst exemplarisch zeigen.

Im Rahmen ihrer Installation Der Elefant im Raum, die vom 18.5. – 2.6. in der Akademie am Hanseatenweg zu sehen ist, lädt die Schriftstellerin Kathrin Röggla vom 21. – 25.5. zu einer Reihe von Gesprächen ein. Sie folgt dabei der Devise: Sprache ist Form und nicht nur Gedanke.

Die Gesprächspartner kommen aus unterschiedlichen Bereichen und haben alle etwas mit wachsenden und platzenden Elefanten im Raum zu tun. Sichtbar werden soll ein formaler Umgang mit dem Material, sowie ästhetische Formierungsprozesse.

An fünf Abenden wird Kathrin Röggla diesen Vorgang performativ ausführen, in dem sie die Besonderheit des Akademiegebäudes am Hanseatenweg, Produktionsstätte, Aufführungsort und Wohnort für Kunstschaffende in einem zu sein, nutzt und durchdekliniert. Literatur arbeitet an diesem Ort mit der Architektur zusammen.

Der Abend beginnt jeweils um 18 Uhr mit einem einstündigen Gespräch im Tonstudio, das öffentlich miterlebt werden kann. Um etwa 19 Uhr wechselt Kathrin Röggla in die Halle 1, in der sie die aufgenommene Unterhaltung öffentlich transkribiert. Um etwa 20 Uhr geht es weiter ins sogenannte Beckett-Atelier, jenem einstigen Wohnort Samuel Becketts in der Akademie der Künste. Dort wird sie aus dem Transkript Material für die Literatur gewinnen.

Damit die Literatur nicht alleine bleibt, wird sich der Künstler Mark Lammert in Halle 1 als Kopist betätigen und so visuell Bilder und Theorie befragen.

Frank M. Raddatz ist Publizist und Dramaturg an diversen Theatern u. a. Schauspielhaus Köln, Niedersächsisches Staatstheater Hannover, Staatstheater Stuttgart, Düsseldorfer Schauspielhaus und Berliner Ensemble. Zusammenarbeit u. a. mit Heiner Müller, Dimiter Gotscheff, Theodoros Terzopoulos, Einar Schleef und Tadashi Suzuki. Aktuell Gastdramaturg am Berliner Ensemble: Frank Castorf – Les Miserables (2017), Galilei Galileo (2019). Künstlerischer Leiter internationaler Kooperation wie „Mania Thebaia (Düsseldorf/Epidaurus) 2002“ undPromethiade Athen - Essen - Istanbul 2010.

Von 2007 bis Mai 2014 in der Chefredaktion von Theater der Zeit, seitdem Lettre International, Berlin, wo Frank Raddatz regelmäßig veröffentlicht und den Theaterteil verantwortet. Mitglied des Internationalen Theaterinstituts, ITI. Raddatz lehrt an verschiedenen Universitäten, derzeit an der Universität Greifswald und an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch.

Zahlreiche Publikation zu Ästhetik, Literatur und Theater, zuletzt Republik Castorf (Alexander Verlag, 2016). Aktuell Verfasser der vierbändigen Reihe Performative Strategien für die Kunststiftung NRW im Alexander Verlag, Berlin: Acting Cities (2016), Crossing Lines (2017) und Traumpfade der Kulturen (Oktober 2019).

Der Theaterteil von Lettre International wurde am 31. Oktober 2018 mit dem Konrad-Wolf-Preis der Akademie der Künste ausgezeichnet.

 

Weitere Gespräche mit ...

21.5.: Heike Kleffner, Journalistin und Geschäftführerin des Verbands der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (VBRG)

22.5.: Arabelle Bernecker-Thiel, Politologin, Consultant für Migrationsmanagement

23.5.: Ulf Bünermann, Soziologe und Koordinator in der Berliner Landesstelle für Gleichbehandlung (LADS)

25.5.: Patrick Kroker, Jurist, European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR)


Eine Veranstaltung im Rahmen von „Wo kommen wir hin“.

Freitag, 24.5.

18 Uhr

Hanseatenweg

Kathrin Röggla im Gespräch mit Frank Raddatz

In deutscher Sprache

Eintritt frei

Weitere Informationen

www.wokommenwirhin.de