Kathrin Röggla. Foto © Marcus Lieberenz

Wo kommen wir hin. Der Elefant aus dem Raum

Performance

Kathrin Röggla im Gespräch mit ...

... Patrick Kroker, Jurist, European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR).

Den Elefanten aus dem Raum zu lassen heißt, Gespräche zu führen, heißt, ein Gegenüber wahrzunehmen, vielleicht mehrere. Ausgerechnet die Literatur, deren Produktionsbeginn nach wie vor mit dem weißen Blatt assoziiert wird, kann solch ein dialogisches Vorgehen in der Kunst exemplarisch zeigen.

Im Rahmen ihrer Installation Der Elefant im Raum, die vom 18.5. – 2.6. in der Akademie am Hanseatenweg zu sehen ist, lädt die Schriftstellerin Kathrin Röggla vom 21. – 25.5. zu einer Reihe von Gesprächen ein. Sie folgt dabei der Devise: Sprache ist Form und nicht nur Gedanke.

Die Gesprächspartner kommen aus unterschiedlichen Bereichen und haben alle etwas mit wachsenden und platzenden Elefanten im Raum zu tun. Sichtbar werden soll ein formaler Umgang mit dem Material, sowie ästhetische Formierungsprozesse.

An fünf Abenden wird Kathrin Röggla diesen Vorgang performativ ausführen, in dem sie die Besonderheit des Akademiegebäudes am Hanseatenweg, Produktionsstätte, Aufführungsort und Wohnort für Kunstschaffende in einem zu sein, nutzt und durchdekliniert. Literatur arbeitet an diesem Ort mit der Architektur zusammen.

Der Abend beginnt jeweils um 18 Uhr mit einem einstündigen Gespräch im Tonstudio, das öffentlich miterlebt werden kann. Um etwa 19 Uhr wechselt Kathrin Röggla in die Halle 1, in der sie die aufgenommene Unterhaltung öffentlich transkribiert. Um etwa 20 Uhr geht es weiter ins sogenannte Beckett-Atelier, jenem einstigen Wohnort Samuel Becketts in der Akademie der Künste. Dort wird sie aus dem Transkript Material für die Literatur gewinnen.

Damit die Literatur nicht alleine bleibt, wird sich der Künstler Mark Lammert in Halle 1 als Kopist betätigen und so visuell Bilder und Theorie befragen.

Dr. Patrick Kroker studierte Rechtswissenschaft an den Universitäten Leipzig, Trier und Lissabon. Er war Assistent der Nebenklage an den Extraordinary Chambers in the Courts of Cambodia und promovierte 2012 zur Opferbeteiligung in Völkerstrafverfahren an der Universität Hamburg. Er arbeitete als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Hamburg und an der Hertie School of Governance in Berlin. 2014 war er Postdoc-Fellow der Harvard Humanitarian Initiative und am Goldsmiths College London. Er ist als Rechtsanwalt zugelassen und ist seit November 2015 im Programmbereich Völkerstraftaten und rechtliche Verantwortung des ECCHR tätig. Dort leitet er unter anderem die Arbeit des ECCHR zu Menschenrechtsverbrechen in Syrien.

Weitere Gespräche mit ...

21.5.: Heike Kleffner, Journalistin und Geschäftführerin des Verbands der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (VBRG)

22.5.: Arabelle Bernecker-Thiel, Politologin, Consultant für Migrationsmanagement

23.5.: Ulf Bünermann, Soziologe und Koordinator in der Berliner Landesstelle für Gleichbehandlung (LADS)

24.5.: Frank Raddatz, Dramaturg und Publizist


Eine Veranstaltung im Rahmen von „Wo kommen wir hin“.

Samstag, 25.5.

18 Uhr

Hanseatenweg

Kathrin Röggla im Gespräch mit Patrick Kroker

In deutscher Sprache

Eintritt frei

Weitere Informationen

www.wokommenwirhin.de